Logo des Deutschen Kinderschutzbundes

BLAUER ELEFANT Kinderhaus
- Das Gesamtkonzept -

Logo des blauen Elefanten

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Gemeinsam für die Zukunft aller Kinder !

In der Erklärung zu den Rechten des Kindes, die am 20. November 1959 vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen einstimmig angenommen wurde, wird im Grundsatz 9 allen Kindern das Recht auf Schutz vor Grausamkeit, Vernachlässigung und Ausnutzung zugesprochen.

Gegen diesen Grundsatz wird, insbesondere durch Erwachsene, immer wieder verstoßen. Auch in der Bundesrepublik Deutschland werden jährlich Tausende von Kindern misshandelt, nicht selten von den eigenen Eltern. Ihre Lebenswelten verhindern eine gesunde Entwicklung.

Kinder sind die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft und können sich gegen physische und psychische Misshandlung kaum oder gar nicht wehren. Wohl aus diesem Grunde lassen Erwachsene oft gerade an ihnen ihre Wut und Frustration aus. Wir Erwachsene aber tragen die Verantwortung für das leibliche und seelische Wohlergehen unserer Kinder. Wir schulden ihnen Hilfe und Schutz, damit sie gesund und sicher aufwachsen und später ihren Platz in unserer Gesellschaft einnehmen können. Wenn wir also wissentlich vor einer Kindesmisshandlung oder vor sexuellem Missbrauch von Kindern die Augen verschließen, machen wir uns selbst mitschuldig.

Der Deutsche Kinderschutzbund e.V. leistet praktische Sozialarbeit, unterstützt Kinder und deren Familien bei der Bewältigung ihrer Probleme und betreibt Einrichtungen zur Förderung der kindlichen Entwicklung.

zum Seitenanfang

Auszug aus den UN-Konventionen zu den Rechten des Kindes

1 (Artikel 2)
Das Recht auf Gleichheit, unabhängig von Rasse, Religion, Herkommen, Geschlecht.
2 (Artikel 27 und 24)
Das Recht auf eine gesunde geistige und körperliche Entwicklung.
3 (Artikel 7)
Das Recht auf einen Namen und eine Staatsangehörigkeit.
4 (Art 27)
Das Recht auf genügende Ernährung, Wohnung und ärztliche Betreuung.
5 (Artikel 23 und 25)
Das Recht auf besondere Betreuung, wenn es behindert ist.
6 (Artikel 3)
Das Recht auf Liebe, Verständnis und Fürsorge.
7 (Artikel 12 und 31)
Das Recht auf unentgeltlichen Unterricht, auf Spiel und Erholung.
8 (Artikel 22)
Das Recht auf sofortige Hilfe bei Katastrophen und Notlagen.
9 (Artikel 19 und 34)
Das Recht auf Schutz vor Grausamkeit, Vernachlässigung und Ausnutzung.
10 (Artikel 22)
Das Recht auf Schutz vor Verfolgung und auf eine Erziehung im Geiste weltumspannender Brüderlichkeit und des Friedens.

zum Seitenanfang

Warum Kinderschutz ?

Den meisten Menschen in der Bundesrepublik Deutschland geht es gut. Eine wachsende Minderheit aber leidet Not und hat Sorgen um ihre Zukunft. Häufig sind es Familien mit Kindern. Sie haben materielle Schwierigkeiten, leben in schlechten Wohnverhältnissen und am Rande des Existenzminimums.

Die Anforderungen an die Familien wachsen ständig. An die kleinste soziale Einheit - die Familie - werden durch Politik, Gesellschaft, Schule, Verwaltung, Nachbarschaft etc. sehr hohe Erwartungen gestellt.

Durch Medien wie Fernsehen, Rundfunk und Presse werden täglich Normen, Wünsche und Lebensweisen suggeriert, die im Unterbewusstsein aufgenommen werden, ohne eine kritische Zuordnung zu erfahren.

Durch die wachsenden Ansprüche und das ständige Bemühen, erfolgreich zu sein, entstehen Belastungen, die alle Familienmitglieder in Mitleidenschaft ziehen. Sie erfahren oftmals ein Leben voller sozialer Ungerechtigkeiten, sie kämpfen mit Bildungs- und Herkunftsbarrieren und erleben sich als gesellschaftliche Randgruppe. Die Leidtragenden sind im Besonderen die Kinder.

Eltern und Alleinerziehende sind oft nervös, überreizt, stressgeschädigt und überfordert. In zahlreichen Familien ergeben sich Spannungen durch anhaltende Arbeitslosigkeit. Viele Ehepaare lassen sich zu einem Zeitpunkt scheiden, wo ihre Kinder noch zu klein sind und der Zuwendung beider Elternteile bedürfen.

Junge Eltern sind häufig nicht auf die Aufgaben der Kindererziehung vorbereitet. Ihre Erziehung spielt sich nicht selten zwischen zwei Extremen ab: Zwischen extremer Zuwendung auf der einen Seite und harter Bestrafung auf der anderen Seite. Hinzu kommt der viel kritisierte Mangel an Platzangeboten in Kinderkrippen, Kindergärten und Kinderhorten.

Das sind einige Ursachen, die sich nachteilig auf die Kinder auswirken können. Diese Kinder leben unter uns, oft nebenan in der eigenen Nachbarschaft:

zum Seitenanfang

BLAUER ELEFANT Kinderhäuser im DKSB

Der DKSB hat Richtlinien formuliert, welche die konzeptionellen Grundlagen für die Arbeit in seinen BLAUER ELEFANT Kinderhäusern festlegen. BLAUER ELEFANT Kinderhäuser im DKSB verstehen ihre Aktivitäten als Dienstleistungen, die aus einer Kombination folgender Angebote bestehen.

Kinder, Jugendliche und ihre Eltern werden durch Gruppenangebote und Beratung entlastet und unterstützt. Multiplikatoren werden Information, Kooperation und Fachberatungen geboten. PolitikerInnen, Verwaltungen und die �uml;ffentlichkeit werden ebenfalls informiert. Die BLAUER ELEFANT Kinderhäuser im DKSB sollen eine aktive Lobbyarbeit im Interesse von Kindern betreiben. Zur Stärkung ihrer Existenz sollen die Träger Fundraisingkonzepte, -methoden und -aktivitäten entwickeln und umsetzen.

Die Kinderhäuser bieten unabhängige und bedarfsorientierte Dienstleistungen und sind einer hohen Berufsethik sowie dem Gleichheitsgrundsatz verpflichtet. Ihre Arbeit soll einem klaren Konzept folgen und für alle Zielgruppen transparent und durchschaubar sein.

Die Aktivitäten der Kinderhäuser basieren auf folgenden Prinzipien:

Handlungsleitend für die Arbeit der Kinderhäuser sind der Bezug auf ein sozialökologisches Verständnis der Lebensumwelt, die Umsetzung der UN-Konventionen über die Rechte des Kindes und der Beschlüsse des DKSB. Die BLAUER ELEFANT Kinderhäuser beziehen ihre Arbeit auf die Lebensumwelt von Kindern und Familien und wollen Problemen und Gefährdungen vorbeugen. Ziel der Arbeit ist es, die Rechte des Kindes zu verwirklichen und bedarfsgerechte Hilfen und Unterstützung anzubieten. Bei allen Aktivitäten sollen Kindern und Eltern Mitwirkungs- und Mitgestaltungsmöglichkeiten geboten werden.

zum Seitenanfang

Der DKSB Ortsverband Hildesheim e.V.

Der Ortsverband des Deutschen Kinderschutzbundes e.V. in Hildesheim ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein. Er ist einer von rund 440 Kinderschutzvereinen in der Bundesrepublik. Er ist weder konfessionell noch parteilich gebunden. Er besteht seit 1965.

Gegenwärtig gehören dem Ortsverband ca. 210 Mitglieder an. Der Vorstand des Vereins setzt sich aus sieben Mitgliedern zusammen, die ehrenamtlich tätig sind. Zu ihren Aufgaben gehört insbesondere die disziplinarische Personalverantwortung für die hauptamtlichen MitarbeiterInnen sowie die finanzielle Führung.

Nach der für alle Kinderschutzvereine geltenden Satzung will auch der Ortsverband Hildesheim allen Gefahren entgegenwirken, denen Kinder und Jugendliche in ihrer körperlichen und seelischen Entwicklung ausgesetzt sind. Er wendet sich gegen jede Beeinträchtigung der dem Kind durch das Grundgesetz garantierten Rechte und wird tätig, wo es das Schutzbedürfnis eines einzelnen Kindes oder einer Gruppe von Kindern erfordert.

Damit Kinder ihre körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Anlagen optimal entwickeln können, setzt sich der Kinderschutzbund auch in Hildesheim für eine kindgerechte Umwelt ein. Die Mitglieder wollen sich und andere Menschen für die Bedürfnisse und Verhaltensweisen von Kindern sensibilisieren, damit Erwachsene Kinder als eigenständige Personen ernstnehmen, deren Anliegen genauso wichtig sind wie die eigenen.

Die Beratungs- und Hilfsangebote des Ortsverbandes sind vielfältig. Er unterstützt Eltern und Erzieher, die nach Wegen suchen, mit Kindern gewaltfrei umzugehen. Ebenso wird bei Erziehungsproblemen und in Konfliktsituationen beraten. Vernachlässigten und misshandelten Kindern und ihren Familien wird Hilfe und Beratung, sowie Vermittlung zu anderen helfenden Institutionen und Therapiemöglichkeiten angeboten. Es werden deutsche und ausländische Kinder betreut, um die Eltern zu entlasten und den Kindern Raum für Spiel und freie, kreative Gestaltung zu bieten. In den Arbeitskreisen engagieren sich Mitglieder mit unterschiedlichen Berufs- und Lebenserfahrungen.

Die Aufgaben, Angebote und anderen Projekte des Ortsverbandes sind auf den entsprechenden Internetseiten und in den folgenden Abschnitten beschrieben.

Der DKSB Ortsverband Hildesheim e.V. finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge, Spenden, Bußgelder und öffentliche Mittel. Am 4. September 1996 übergab der Rat der Stadt Hildesheim dem DKSB Ortsverband Hildesheim e.V. die Trägerschaft für eine Kindertagesstätte in der Steuerwalder Straße 89. Hierdurch fand die Arbeit, die der Kinderschutzbund seit über 30 Jahren in Hildesheim geleistet hat, Anerkennung. Die Arbeitsinhalte des DKSB wurden damit auch für die Zukunft für wichtig erklärt.

zum Seitenanfang

Rahmenkonzept des BLAUER ELEFANT Kinderhauses in Hildesheim

Der DKSB Ortsverband Hildesheim e.V. versteht die Gesamtheit seiner Angebote als Dienstleistungen, orientiert an den Bedürfnissen vor Ort. Er bezieht sich mit allen Angeboten auf die Prinzipien des "Helfenden Handelns". Grundlagen der Arbeit sind die Übereinkommen zu den Rechten des Kindes und die Beschlusssammlung des DKSB.

Inhaltlich geht der DKSB Ortsverband Hildesheim e.V. von den Interessen des Kindes aus. Die Bedürfnisse des einzelnem Kindes stehen im Mittelpunkt. Den von der Stadt Hildesheim erhobenen Bedarf an Kinderbetreuungsmöglichkeiten im Bereich der Nordstadt möchte der DKSB Ortsverband Hildesheim e.V. mit einem ganzheitlichen Kinderhauskonzept begegnen.

Das Angebot umfasst neben dem Kindertagesstättenbereich mit drei Kindergartengruppen und einer altersgemischten Gruppe die Installation von Familienberatung und Krisenintervention. Selbsthilfegruppen und Angebote für Eltern, z. B. in Form von Eltern- und Multiplikatorenarbeit, ergeben sich ebenfalls aus den Bedürfnissen der Nordstadt, die als sogenannter "Brennpunkt" zu bezeichnen ist.

Der DKSB Ortsverband Hildesheim e.V. hat es sich mit seiner Angebotspalette zur Aufgabe gemacht, eine umfassende, ganzheitliche Unterstü1zung von Eltern und Kindern anzubieten. Es stehen Angebote für unterschiedliche Altersgruppen zur Verfügung, welche die Lebenswelt von Kindern und ihren Bezugspersonen verbessern sollen. Durch die Einzigartigkeit der Hilfspalette innerhalb des Kinderhauses entstehen für alle Ratsuchenden kurze Wege und bürokratische Hemmschwellen und hoher Verwaltungsaufwand entfallen, so dass schnellstmögliche Hilfe gewährleistet werden kann. Für die Eltern entsteht eine Einrichtung, in der sie alle Probleme entsprechend ihrer Lebenswelt ohne Angst vor Repressionen ansprechen können. Die Hilfsangebote verstehen sich als Hilfe zur Selbsthilfe, verfolgen nicht und stärken so die Selbständigkeit und die Bereitschaft der Eltern, Hilfe auch annehmen zu können.

"Hilfe statt Gewalt" machen das präventive Angebot zu einem "Haus der Kinder" und ihren Familien.

Der Kitabereich enthält hierbei ebenfalls Platz für eine flexible offene Gestaltung. Falls sich der Bedarf vor Ort verändert, werden wir auch das Angebot ändern. So ist bereits eine Gruppe mit altersübergreifenden Strukturen eingerichtet, ebenso integrative Gruppenarbeit mit einen behinderten Kind. Auch sind bei Bedarfsänderungen offene Türen im Kitabereich installierbar.

Für den Bereich der Nordstadt muss von einem hohen Ausländer- und Asylbewerberkinderanteil ausgegangen werden. Dazu kommen Milieuschäden durch Arbeitslosigkeit der Eltern, erhöhte Alkohol- und Drogenproblematik und finanzschwache Einelternfamilien. Hier sind hochqualifizierte MitarbeiterInnen wichtig.

Ganzheitlichkeit heißt für den Gruppenalltag und die pädagogischen Inhalte, dass ein Ausgleich der bisherigen Mängel in der Lebenswelt der Kinder stattfinden muss. Dieser Ausgleich muss z. B. schlechte räumliche, sprachliche, materielle und auch rein versorgerische Defizite auffangen können. Deshalb muss eine hohe ethische und moralische Umgehensweise mit dem eigenen Körper, dem Nächsten, der Umwelt, also eine gesamte Wahrnehmungsschulung von den MitarbeiterInnen verinnerlicht und beispielhaft vermittelt werden. Da man von sprach- und entwicklungsgestörten Kindern ausgehen muss, oder auch traumatisierte Kinder vor sich hat, die bereits erhebliche "Gewalterfahrungen" gemacht haben, sind zusätzliche therapeutische Angebote sinnvoll.

Gefordert sind:

Es sollten innerhalb der Einrichtungen viele Bewegungsmöglichkeiten als Ausgleich zur häuslichen Enge geschaffen werden. Der umfassende pädagogische Ansatz sollte sich nicht nur familienergänzend verstehen, sondern er sollte problembewusst, emphatisch und nachvollziehbar, also erlebbar für Kinder und Eltern vermittelt werden. Um die Qualität zu sichern, nehmen alle MitarbeiterInnen regelmäßig an Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen sowie an Teamsupervisionen mit hohem Selbsterfahrungsanteil teil. Ebenso wichtig für kompetentes und kontinuierliches soziales Handeln ist die Teilnahme an regelmäßig stattfindenden Fallbesprechungen, HelferInnenkonferenzen, etc. Damit der Transparenzanspruch erfüllt wird, ist eine regelmäßige Elternarbeit notwendig. Außerdem ist eine gute Zusammenarbeit mit allen anderen sozialpädagogischen Einrichtungen vor Ort Voraussetzung für gute Lobbyarbeit und Multiplikatorengewinnung. Der DKSB Ortsverband Hildesheim e.V. pflegt diese Vernetzung durch die Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften (z.B. Arbeitskreise gegen sexuelle Gewalt und psychosoziale Arbeitskreise), Planungsgruppen zur Jugendhilfeplanung der Stadt, ErzieherInnenkonferenzen etc., und hofft, durch die daraus entstehende Lobbyarbeit bessere Breitenwirkung für die Grundprinzipien der Kinderschutzarbeit zu erzielen.

Die niederschwellige, präventive Struktur dieser Angebotspalette schließt gerade im Brennpunkt Nordstadt eine Versorgungslücke.

zum Seitenanfang

Konzepte der einzelnen Arbeitsbereiche

Geschäftsstelle

MitarbeiterInnen, Kontakt, Termine usw. siehe Internetseite des Projekts

Die Geschäftsstelle des DKSB Ortsverband Hildesheim e.V. stellt die Schaltzentrale des Kinderhauses dar, wo Informationen gespeichert und in die entsprechenden Projekte weitergeleitet werden. Verwaltungsaufgaben sind hier angesiedelt, die durch eine Verwaltungskraft teilweise hauptamtlich geleistet werden und teilweise an den ehrenamtlichen Vorstand weitergeleitet werden.

zum Seitenanfang

Öffentlichkeitsarbeit

MitarbeiterInnen, Kontakt, Termine usw. siehe Internetseite des Projekts

Viele Menschen haben vom Kinderschutzbund schon einmal gehört. Um noch mehr Menschen anzusprechen und genauer über die Ziele und die Arbeit des Kinderschutzbundes zu informieren, leistet der DKSB Ortsverband Hildesheim e.V. Öffentlichkeitsarbeit durch:

Durch Öffentlichkeitsarbeit gewinnt der DKSB Ortsverband Hildesheim e.V. Mitglieder und Förderer. Beide sind wichtig, denn ohne ihre ideelle, ihre persönliche und ihre materielle Unterstützung wäre der Kinderschutzbund nicht arbeitsfähig.

Weltkindertag

Der Weltkindertag in Hildesheim ist eine Veranstaltungsreihe mit Bezug auf die aktuelle Lebenswelt junger Menschen. Auf einer breiten Basis dient das Projekt, in Kooperation mit Trägern der Kinder-, Jugend- und Elternarbeit auf der einen Seite und den berufsbildenden Schulen der Fachhochschule Sozialwesen und der Universität Hildesheim auf der anderen Seite, der Beleuchtung vieler Facetten ihrer kindlichen Lebenssituation. Als Lobbyveranstaltung soll das Projekt für ihre Interessen und Belange werben, Engpässe und Missstände erkennen und in enger Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung ausgleichen. Aufmerksam machend auf die in den UN-Konventionen verankerten Rechte der Kinder wird dieser Tag jährlich am 20. September gefeiert.

zum Seitenanfang

Familienberatung und Gewaltberatung

MitarbeiterInnen, Kontakt, Termine usw. siehe Internetseite des Projekts

Zielgruppen

Die Beratungsstelle steht allen Kindern, Jugendlichen und Eltern, sowie allen Erwachsenen, die sich um das Wohl von Kindern sorgen, offen.

Hilfsangebote

Beratung und Hilfen für Familien

Grundprinzipien der Arbeit

Das Beratungsangebot ist kostenlos und die Inanspruchnahme erfolgt freiwillig. Es ist ein behördenfernes Angebot an Hilfesuchende, das den Wunsch nach Anonymität respektiert und Vertrauensschutz bietet. Kontakte zu Dritten finden nur auf ausdrücklichen Wunsch der Ratsuchenden statt. Die Beratung legt besonderen Wert darauf, dass sie nicht strafend, nicht entmündigend, nicht stigmatisierend und nicht kontrollierend wirkt. Die MitarbeiterInnen sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Die Wahrung der Interessen des Kindes stehen im Mittelpunkt.

Hilfe statt Strafe

Die Familienberatung orientiert sich an den vielschichtigen Problemen von Familien und den Ursachen hierfür. Gewalt an Kindern wird als Notsignal einer Familie verstanden, die vielfachen Anforderungen und Belastungen ausgesetzt ist und unter unbewältigten Spannungen und Belastungen leidet. Dies führt häufig zur Isolation von Familien. In dieser oftmals ausweglos erscheinenden Situation benötigen Eltern und Kinder jemanden, der für ihre Probleme ansprechbar ist und dem sie vertrauen können.

Arbeitsweise

Unser Angebot ist ressourcenorientiert und bietet psychosoziale Hilfe und Unterstützung bzw. Entlastung, ohne den Betroffenen die Verantwortung für ihre Handlungen zu nehmen. Es werden Familienmitglieder, Teilfamilien und oft auch ganze Familien beraten. Dabei stehen die Interessen des Kindes in Zusammenarbeit mit der Familie im Vordergrund. Es sollen Bedingungen und Prozesse, die zur Problemlage und / oder Gewaltanwendung geführt haben, geklärt werden. Durch die Entwicklung von Problemlösungen soll die Möglichkeit der Selbsthilfe gestärkt werden.

Bei sexueller Gewalt von Kindern steht die parteiliche Arbeit mit den Betroffenen im Vordergrund, um den Schutz des Kindes zu gewährleisten. Es ist für die Hilfesuchenden wichtig, sich an eine Beratungsstelle wenden zu können, in der es zum Selbstverständnis gehört, dass die Interessen des Kindes gewürdigt werden, Probleme ansprechbar erscheinen und alles vertraulich behandelt wird.

Vernetzung

Durch die Mitarbeit in verschiedenen Berufsgruppen in der Stadt und im Landkreis Hildesheim, wie der Berufsgruppe "sexuelle Gewalt", der AG Opferschutz und der AG Förderung der Erziehung in der Familie wird versucht, auf die unterschiedlichen Hintergründe von Gewalt an Kindern einzugehen und je nach Einzelfall effektive Lösungsmöglichkeiten zu erschließen. Außerdem findet eine Zusammenarbeit mit anderen Hilfeeinrichtungen statt, wenn sie von den Eltern gewünscht wird.

Multiplikatorenarbeit

Die Beratungsstelle wird häufig von LehrerInnen, StudentInnen der Fachhochschule für Sozialwesen, angehenden ErzieherInnen und von Schulklassen aufgesucht, um Informationen zu den Themenbereichen Gewalt und sexuelle Gewalt zu erlangen. Auf Anfrage werden Elternabende, Projekttage an Schulen und auch Workshops, z.B. im Rahmen einer Lehrerfortbildung, zusammen mit anderen Projektleiterinnen zu den Themenschwerpunkten Gewalt an Kindern gestaltet und über die Arbeit des Kinderhauses informiert.

Verfahrenspflegschaften nach § 50 FGG

Interessenvertretung für Kinder und Jugendliche im familiengerichtlichen Verfahren

Das 1998 beschlossene Kindschaftsrecht bietet RichterInnen die Möglichkeit, in bestimmten Fällen Männer und Frauen als parteiliche VertreterInnen von Kindern zu bestellen (§ 50 FGG). Die VerfahrenspflegerInnen (oder "Anwälte des Kindes") sollen die Interessen der Kinder in das Familiengerichtsverfahren einbringen. VerfahrenspflegerInnen arbeiten unabhängig, werden von RichterInnen jeweils fallweise beauftragt und sind bis zur Rechtskraft des Verfahrens beteiligt.

Selbstverständnis der Verfahrenspflegerinnen:

zum Seitenanfang

Kindertagesstätte

MitarbeiterInnen, Kontakt, Termine usw. siehe Internetseite des Projekts

Das Kinderhaus, auch die Kindertagesstätte, steht allen Kindern ohne Ansehen von Geschlecht, Nationalität, Religion und wirtschaftlichen Verhältnissen unterschiedslos zur Verfügung. Die "Rechte des Kindes" und die "Beschlüsse des Deutschen Kinderschutzbundes" regeln die Umgehensweise der Kinder und Betreuungspersonen untereinander. Der Erziehungsstil ist geprägt von Emphatie und Wertschätzung mit dem Ziel, die Kinder zu stärken und ihre Talente und Kompetenzen zu fördem.

Gewaltlosigkeit und Verbesserung der Lebenswelt der Kinder sind Grundlagen für die Arbeit in der Kindertagesstätte. Die Erziehung versteht sich als famiIienergänzend, unterstützend und familienentlastend. Ziel ist es, unabhängig vom jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes dessen Bedürfnisse zu erkennen und individuell seine Sach- und Sozialkompetenz zu erweitern. Das Kind soll nicht nur sich selbst mit seinem jeweiligen Bedürfnis kennen lernen, sondern dieses auch in adäquater Form und gesellschaftlich anerkannter Weise, z.B. durch das Erlernen der deutschen Sprache, ausdrücken lernen und sich in Relation zu seinem Nächsten und seiner Umwelt sehen. Es soll Handlungsfähigkeit und Autonomie erlangen und Toleranz einüben, die demokratische Lebensform verinnerlichen und in die Gesellschaft integriert werden.

Es stehen zur Zeit 42 Kindergartenplätze, 15 Krippenplätze und 12 Hortplätze zur Verfügung.

Um eine hohe Qualität und Aspektevielfalt zu erreichen, werden die Kinder alters-, geschlechts- und multikulturell gemischt in den jeweiligen Gruppen aufgenommen. So können die Kinder voneinander lernen, intensive Beziehungen aufbauen, und sie 0lernen ein breites Spektrum an Möglichkeiten kennen. Kulturelle Vielfältigkeit wird zum erweiterten Lernschatz für alle Kinder. Die Tagesstätte versteht sich als multikulturelle Einrichtung, alle Herkunftskulturen werden als Bereicherung empfunden.

Für alle MitarbeiterInnen werden regelmäßig Fortbildungen und Fall- bzw. Teamsupervisionen angeboten. Vorbereitungs- und Verfügungszeiten ebenso wie regelmäßige Dienstbesprechungen und auch Vernetzung mit anderen Projekten (z.B. mit der Familienberatungsstelle), anderen Einrichtungen und Therapeuten verbessern die Arbeitsbedingungen aller MitarbeiterInnen. Synergieeffekte durch diverse, niedrigschwellige Angebote und Transparenz schaffen eine besondere kollegiale und harmonische Atmosphäre.

Situativer Ansatz

Aus jeder Gruppensituation und jeder Interaktion ergeben sich Ansätze, deren Thematisierung für alle beteiligten Kinder transparent zu machen ist. Wenn z.B. Regeln erlernt werden sollen, ist es für die ErzieherInnen oder die Eltern einfacher, diese in einer entsprechenden, gewachsenen Situation zu erklären, als sie nur theoretisch zu vermitteln. Situationen werden als kausaler Ansatz zum pädagogischen Handeln, aber auch zur Vermittlung von Grundwissen, deutschen Sprachkenntnissen und Lerninhalten genutzt. So lernt das Kind Verhaltensänderungen besser, ist an Sachthemen interessierter und leichter motivierbar, durch logische, konsequente Folgen, Geschehnisse und Beobachtungen bzw. Experimente zu lernen. Es wird durch positive Verstärkung und Ermutigung im Handeln und Erforschen bestätigt und versucht diese Anerkennung so oft wie möglich zu bekommen. Erziehung und Bildung wird nicht theoretisch und dogmatisch betrieben, sondern wächst in kommunikativer Interaktion, also in Alltagssituationen und wird als Nährboden für das Handeln genutzt und praktiziert.

Besondere Ansätze sind im Kinderhaus alle die, die mit Konfliktlösungen zu tun haben und die Gewaltlosigkeit thematisieren oder denen präventive Bedeutung zukommt. Diese Handlungsansätze verlangen nach einem ganzheitlichen, fundamentalistischen und humanistischen Weltbild und können nicht nur sporadisch umgesetzt werden. Konfliktlösungsstrategien dürfen nicht mit Streitvermeidung oder Inkonsequenz verwechselt werden. Kinder können nur dann Regeln akzeptieren, wenn sie diese vorher begreifen und verinnerlichen konnten. Begreifbare Situationen schaffen, heißt: alle Sinne ansprechen und schulen. Kinder wollen Grenzen erfahren (diese geben auch Sicherheit), aber keine zu engen oder zu weiten. Sie sollten den Entwicklungsstadien angepasst sein und mit dem Kind wachsen. Das Kind im Kinderhaus wird in seinem Selbstwertgefühl bestärkt und demokratisch in alle Themen und Projekte miteinbezogen (Partizipation). Die Rechte des Kindes auf Entfaltung, Förderung der Talente und Kompetenzen, auf Bildung und Versorgung und das Recht auf Selbstbestimmung haben einen hohen Stellenwert.

Der Weg zum Ziel ist so wichtig, wie das Ziel selbst.

Tagesablauf in der Kindergartengruppe

Jedes Kindergartenkind (3-6 Jahre nach Stichtagsregelung) wird im Kitabereich des Kinderhauses in eine Stammgruppe aufgenommen. Es bekommt also zwei feste Bezugspersonen und einen Raum, der maximal 21 Kinder aufnehmen kann. Hier findet es durch Regeln und wiederkehrende Abläufe einen übersehbaren Rahmen, ein sicheres Gefühl und ein gutes Beziehungsgefüge. Der Vormittag (ab 7.30 Uhr) beginnt mit einer freien Spielphase, in der jedes Kind sein Material und Spielpartner selbst auswählen kann. Die Kinder unserer Einrichtung kommen aus dem Stadtteil Nordstadt, also dem sogenannten "Brennpunkt" und benötigen gut erkennbare Strukturen als Ausgleich zum häuslichen Mangel derselben. Ein gemeinsames gesundes Frühstück schließt sich an. Oft wird gemeinsam gebacken oder gekocht, wozu die in jeder Gruppe installierten Kinderküchen sehr hiftreich sind. Die Ernährung wird den Bedürfnissen der multikulturellen Kinder angepasst, so dass es auch ausländisches Essen gibt und weitgehend auf Schweinefleisch verzichtet wird (Eltern bieten sich an, landestypische Gerichte für die Gruppe zu kochen).

Auch kreative und musische Angebote gehören in die 2. Spielphase des Tages. Besonders die Vorschulkinder bekommen Bildungsangebote in Projektform, die über viele Wochen immer wieder eingeplant werden (z.B. Elemente, Farben, Gefühle, Phänomene).

In der dritten Spielphase steht am Vormittag die Bewegung im Vordergrund. Es gibt für alle drei Kindergartengruppen einen "festen" Turntag. Es werden jedoch darüber hinaus motop1ldische Förderung für Einzelne und Kleingruppen angeboten, hinzukommen Sinnesschulungen bei Entwicklungsstörungen und Sprachförderung zum Erlernen der deutschen Sprache. Für diese Aufgaben stehen gruppenübergreifend eine Heilpädagogin, eine Motopädin und eine Sprachförderung zur Verfügung; die ihre Arbeit transparent gestalten und die Eltern und ErzieherInnen mit einbeziehen. Diagnostische Hilfe wird angeboten. Um dem Bewegungsdrang und dem Ruhebedürfnis der Kinder Rechnung zu tragen, stehen eine Mehrzweckhalle, ein Außengelände und ein Snouzleraum zur Verfügung. Bei der Gestaltung aller Gruppenräume wird nicht nur auf Ästhetik, sondern auch auf Reizarmut geachtet. Natürliche Materialien und Pflanzen bilden eine Grundlage für ein gutes Raumklima.

Nach dem Mittagessen ca. gegen 12.30 Uhr bieten wir eine Ruhepause für die Kinder an. Kuscheln, Entspannen und Träumen stehen jetzt im Vordergrund. Ob sich ein Kind zum Schlafen in den Snouzleraum zurückzieht oder mit einem Buch in der Kuschelecke sitzt, das Bällchenbad erholsam findet oder sich mit einem Schaffell ins "Hundekörbchen" zurückzieht, bleibt jedem Kind selbst überlassen.

Nach der nachmittäglichen Teerunde schließt sich bis zum Nachhausegehen (um 16.00 Uhr) noch einmal eine freie Spielphase an.

Elternarbeit

Durch den demokratisch gewählten Elternrat und der Wahl eines pädagogischen Beirates werden die Eltern an dem Geschehen innerhalb der Tagesstätte aktiv beteiligt. Alle Eltern haben das Recht, Auskünfte über den Entwicklungsstand und die Erziehungssituation in der jeweiligen Gruppe zu erhalten. Wenn der Tagesablauf nicht gestört wird, können die Eltern ihre Kinder innerhalb der Einrichtung besuchen oder sich aktiv an den Inhalten und der Gestaltung beteiligen. Formen der Elternarbeit sind "Tür- und Angelgespräche", Gesamt- oder Gruppenabende bzw. -nachmittage, Informationsveranstaltungen und Elternberatung.

Die Umgehensweise zwischen MitarbeiterInnen der Kita und den Eltern werden durch das Prinzip "Hilfe statt Gewalt" geregelt.

Internationaler Müttertreff (bzw. Elterntreff) in der Kindertagesstätte

Regelmäßig ein- bis zweimal im Monat treffen sich ausländische Mütter der Kitakinder im Kinderhaus. Unter Anleitung einer mehrsprachigen Mitarbeiter/n (Sozialpädagogin) ist hier ein Forum für Austausch, Kennenlernen aber auch zur Information gegeben. Mütter haben hier eine Chance, die häusliche Isolation, die sehr kulturfremd empfunden wird, zu durchbrechen, sich mit Frauen in gleicher Situation auszutauschen und Erziehungsprobleme zu besprechen.

Darüber hinaus findet auch eine Elternschulung statt. Themen wie gesunde Ernährung, Sprachentwicklung, Spiel mit den Kindern, Hygiene und Gesundheit werden den Eltern auch in ihrer Muttersprache nahegebracht. Viele Mütter finden hier eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der sie sich sehr wohl fühlen.

Sprachförderung

Der Grundsatz zu diesem Arbeitsschwerpunkt lautet: Sprache ist mehr als sprechen!

Wir gehen davon aus, dass Kinder zum Lernen eine kindgerechte Umgebung und vielfältige Anregungen brauchen. Dies gilt insbesondere für die gesamtmotorische Höchstleistung, den Spracherwerb. Neben der Muttersprache, die von Seiten der Eltern die Grundlage darstellt, gilt es Kinder besonders im letzten Jahr vor dem Schulbesuch intensiv mit der deutschen Sprache vertraut zu machen.

Im Kinderhaus geschieht dies besonders auch durch Sprachförderung in Kleingruppen, aber auch durch bewegungsfördernde Maßnahmen wie z.B. die Psychomotorik. Sehr viel Wert wird auf die Kommunikation untereinander gelegt: "Wer sagt es wem? und wie?"

Musikalische Angebote bekommen viel Raum im Alltag und fuhren die Kinder spielerisch mit Spaß und Bewegung an die deutsche Sprache heran. Die Persönlichkeitsentwicklung wird durch die Sprachfähigkeit bedingt, das heißt "per = hindurch, sonare = klingen". Die Sprache klingt durch das Kind und wird Kontaktaufnahme zum Begreifen und Verstehen dieser Welt.

zum Seitenanfang

Arbeitskreis Pflege und Adoption

MitarbeiterInnen, Kontakt, Termine usw. siehe Internetseite des Projekts

Dieser Arbeitskreis gehört seit 1985 zu den Angeboten des DKSB Ortsverband Hildesheim e.V. und wird seither kontinuierlich betreut. Hier besteht die Möglichkeit, sich vor der Aufnahme eines Pflege- oder Adoptivkindes umfangreich zu informieren, und sich nach der Aufnahme mit anderen Pflege- und Adoptiveltern gedanklich auszutauschen und zu unterstützen. Fachleute zu Schwerpunktthemen (z.B. Kinderärzte, Therapeuten, Vormundschaftsrichter, Mitarbeiter der Jugendämter etc.) können bei Bedarf eingeladen werden. Durch eine überwiegende Beständigkeit der TeilnehmerInnen besteht eine fast familiäre Atmosphäre, so dass man die Freuden und Sorgen der anderen kennt und daran teilnimmt. Neu Hinzukommende fühlen sich daher schnell gut aufgehoben mit ihren Wünschen und Problemen. Es bleibt jedoch jedem selbst überlassen, regelmäßig oder nach Bedarf teilzunehmen.

Es handelt sich um einen offenen Arbeitskreis. Neue Interessierte sind herzlich willkommen, und zwar sowohl aus dem Stadtgebiet als auch aus dem Landkreis. Die aus diesem Pflegeelternkreis herangewachsenen Pflegekinder haben seit 1999 eine eigene Selbsthilfegruppe gegründet mit dem Namen "Wurzeln und Flügel".

zum Seitenanfang


Valid XHTML 1.0! Valid CSS!

Die letzte Änderung war am 1.11.2009.